
Yoga Therapie und Craniosacral Therapie: Neuroplastizität bietet uns nachhaltige Veränderung und innere Sicherheit an
Unser Gehirn ist ständig in Veränderung. Erfahrungen prägen unsere neuronalen Netzwerke, indem sich Nervenverbindungen durch Wiederholung verstärken und verdichten. Je häufiger bestimmte Synapsen „befeuert“ werden, desto stabiler werden diese Verbindungen und desto ausgeprägter wird unsere Wahrnehmung in diesem Bereich.
In der Craniosacral Therapie üben wir unter anderem folgendes: Wir nehmen achtsam wahr und benennen, was im Körper spürbar ist. Dadurch wird diese Verbindung zur eigenen Innenwelt gestärkt. Diese wachsende Körperwahrnehmung fördert ein Gefühl von Sicherheit und kann das Erleben von innerem „Zuhause-Sein“ vertiefen.
Auch in der Yoga Therapie spielen neue Erfahrungen eine zentrale Rolle. Atemübungen, Entspannungstechniken und achtsame Bewegung schaffen gezielte Reize im Nervensystem. Durch wiederholtes Üben entstehen neue neuronale Verbindungen, ein Prozess, der als Neurogenese bezeichnet wird. Das Gehirn formt sich fortlaufend entlang unserer Erfahrungen und Gewohnheiten.
Gerade bei Themen wie Insomnie zeigt sich die Kraft dieser Veränderbarkeit: Wiederholte Zustände tiefer Entspannung ermöglichen es dem Nervensystem, neue Muster zu erlernen. So kann sich langfristig ein gesünderes und erholsameres Schlafverhalten entwickeln.

Genesung geschieht im gesunden Miteinander
Positive Beziehungen sind ein wesentlicher Schlüssel für Heilung und nachhaltige Veränderung. Sie wirken direkt auf unser Nervensystem und fördern günstige Prozesse im Gehirn. Dies kann zum Hoffnungsträger werden, wenn belastende oder traumatische Erfahrungen verarbeitet werden möchten.
In der Craniosacral Therapie entsteht ein geschützter Raum, in dem das Nervensystem Sicherheit, Wohlwollen und achtsame Begleitung erfahren kann.
Auch vorgeburtliche Prägungen oder herausfordernde Geburtserlebnisse können durch die Fähigkeit der Neuroplastizität neu integriert werden. Viele dieser frühen Erfahrungen sind unbewusst gespeichert, da sie in einer Lebensphase entstanden sind, in der noch keine verbale Sprache zur Verfügung stand, um sie auszudrücken.
Die Craniosacral Therapie arbeitet hier mit einer besonders ursprünglichen Form der Kommunikation: der Berührung. Diese sanfte, präsente Kontaktaufnahme spricht das Nervensystem auf einer tiefen Ebene an. Sie kann dazu beitragen, alte Muster neu zu organisieren oder behutsam zu lösen.
Durch das bewusste Nachspüren und spätere Einordnen von Emotionen und Lebensthemen, die oft im Hintergrund wirken, entsteht zunehmend ein innerer sicherer Ort.
Das achtsame Wahrnehmen und Benennen von Empfindungen unterstützt diesen Prozess und ermöglicht es, im Erwachsenenalter neue, stabilisierende Erfahrungen zu verankern.
Unser Nervensystem entwickelt sich stets in Beziehung. Darin liegt unsere Chance und Veränderung ist jederzeit möglich.
Mehr zum sozialen Nervensystem findest du in unserem Blogartikel zum Nervensystem.

Gestalte dein Nervensystem neu im gemeinsamen Erleben, Verstehen und Wachsen
Auch wenn wir heute ein immer besseres Verständnis für die Entwicklung unseres Gehirns und unseres Erlebens haben, bleibt unser eigenes Reagieren manchmal nur schwer nachvollziehbar. In bestimmten Situationen fragen wir uns, warum wir auf eine bestimmte Weise fühlen oder handeln. Dahinter steht ein komplexes Zusammenspiel verschiedener Kräfte im Nervensystem, die fein aufeinander abgestimmt sind und sich gegenseitig beeinflussen.
Gerade hier setzt die achtsame therapeutische Begleitung an: Indem wir unser Nervensystem besser kennenlernen, entsteht ein tieferes Verständnis für unsere inneren Prozesse. Dieses Verstehen schafft Orientierung und eröffnet neue Handlungsspielräume im Alltag.
Einige der mannigfaltigen Gründe, weshalb ich als Craniosacral Therapeutin selber regelmässig und mit grosser Freude in die Behandlung gehe:
Das Kennenlernen meines eigenen Nervensystems hat mir persönlich eine tragende Grundlage für Selbsterkenntnis und bewusste Lebensgestaltung geschenkt. Dieser Entwicklungsprozess bleibt lebendig und fortlaufend, besonders in Beziehungen. Gerade darin liegt für mich die Schönheit von Veränderung, denn sie wird in jedem Kontakt und in jedem Moment möglich.
Das gemeinsame Erleben, Wahrnehmen und Benennen unterstützt mich dabei, neue Erfahrungen nachhaltig zu verankern und alten Mustern mit Achtsamkeit und Mitgefühl zu begegnen.
So entsteht Schritt für Schritt ein Wachsen weg von der Trance, dass "etwas mit mir nicht stimmt" und hin zu mehr innerer Stabilität, Selbstverbundenheit und Lebendigkeit.
Diese innere Ausrichtung prägt mein Wirken als Craniosacral Therapeutin und macht mich sehr froh." - Dorothea

Melde dich gerne bei uns, wenn dich unsere Arbeit anspricht.
Herzlich, Bryan & Dorothea Portmann
Quellennachweise:
Polyvagaltheorie, Dr. Stephen Porges (1945)
Interpersonelle Neurobiologie, Daniel Siegel (2014)
Neuroplastizität, Auszug aus Yvonne Agazarian, Susanne Gantt, INTERNATIONAL JOURNAL OF GROUP PSYCHOTHERAPY. 60 (4) 2010
Aquarelle von Dorothea Portmann