Nervensystem - Seine Teile und wie Harmonie entsteht

Ich denke also...bin ich? Nicht ganz. Wortwörtlich! Die interpersonelle Neurobiologie kennt die Auswirkungen des autonomes Nervensystem; der oftmals unauffällige Dirigent, der unsere Gefühle, Handlungen und sozialen Interaktionen massgeblich mitbestimmt. Es beeinflusst unsere Stressresistenz, unsere Regeneration und unser inneres Sicherheitsgefühl. In der Craniosacral Therapie und Yoga Therapie nutzen wir die enge Verknüpfung von Körper, Emotionen und Nervensystem, damit Gutes geschehen kann. Muster, Bedürfnisse und Reaktionen werden sinnhafter und verlieren das Bedrohliche. Wir kommen uns selber näher und sehen das Wundervolle im eigenen Sein.

Aquarell von Dorothea Portmann
Aquarell von Dorothea Portmann

Vier Kräfte, die unser Erleben beeinflussen

 

Das autonome Nervensystem besteht aus mehreren zentralen Anteilen, die in feinem Zusammenspiel unser inneres Gleichgewicht regulieren.

 

- Sympathikus – aktiviert, mobilisiert, bringt uns in Bewegung 

- Parasympathikus– beruhigt, regeneriert, sorgt für Erholung

- Enterisches Nervensystem – Magen- Darm-Trakt, in Interaktion mit dem Gehirn, sendet Informationen zur Befindlichkeit, Sicherheit und Gefahren

- Soziales Nervensystem – verbindet sich mit Umwelt über die Sinne, schafft Sicherheit und ermöglicht echte Begegnung

 

Oftmals, in einem gesunden Wechsel von Anspannung und darauffolgender Entspannung antwortet das autonome Nervensystem unmittelbar auf Erfahrungen. 

Der gesunde Wechsel von Anspannung und Entspannung zu einem inneren Gleichgewicht wird in der Craniosacral Therapie unterstützt. 

Im sicheren Rahmen der Therapie können auch Erfahrungen von sehr frühen, vorgeburtlichen, geburtsbedingten oder Erfahrungen im Leben (Unfall, Bedrohung) neu abgelegt werden. Wie wir gegenwärtig im therapeutischen Prozess neue, gute und gesunde Erfahrungen ablegen können, beschreiben wir im Blogartikel zur Neurobiologie - wie wir wachsen und uns weiterentwickeln.

Der Schlüssel für Entwicklung im eigenen intelligenten Körper und Geist

 

Im Folgenden werden Zustände des Nervensystems beschrieben, die wir alle kennen, oft bereits mehrfach überwunden haben und meist auch wieder verlassen können. Spüre beim Lesen in dich hinein: Wo befinde ich mich häufig gefühlsmässig und im Nervensystem?

 

- Sicherheit fühlt sich offen, präsent und verbunden an; das ventrale vagale System ist aktiv, Zellkern im vorderen Teil des Stammhirns 


- Gefahr zeigt sich durch Anspannung, Kontrolle und erhöhte Aktivität, das Stammhirn hemmt den ventralen Vagus


- Lebensgefahr führt zu Rückzug, Erstarrung und Lethargie, der dorsale Vagus ist aktiv.

 

 

Im Zustand von Sicherheit entfaltet sich das soziale Nervensystem. Wir können kommunizieren, fühlen und vertrauen. Genau hier liegt der Schlüssel für Entwicklung und Heilung.

Die ruhige Form der Körperarbeit setzt da an und bringt oftmals echten Wandel mit sich, weil wir gemeinsam auch der Unruhe, dem schlechten Gewissen, dem inneren Treiber, der unbändigen Produktivität, sowie der Ideenlosigkeit, dem «einfach nur schlafen wollen», begegnen. 

 

In der Craniosacral Therapie sind sanfte Berührungen und das gemeinsame Abstimmen von einem angenehmen Kontakt Teil der Behandlung. Die verbale Begleitung ermöglicht es dir körperliche Erfahrungen bewusst wahrzunehmen und im wertfreien Raum zu benennen.

Aquarell von Dorothea Portmann
Aquarell von Dorothea Portmann

Beziehung als biologischer Schlüssel

 

Bereits im Vorgeburtlichen Sein regulieren wir über den Kontakt mit der Mutter. Diese Erinnerung der Haut mit ihren Rezeptoren empfängt in der Craniosacral Therapie weiterhin die sanften Berührungen und nimmt diese Art von Sprache auf. Dieser Kontakt wirkt auf einer tiefen Ebene auch weil diese Art der Kommunikation schon lange besteht und im Bauch der Mutter ihren Anfang fand.

Als Neugeborene regulieren wir nicht allein, sondern über Kontakt:

Blicke, Stimme, Berührung sind unsere Anker in einer Welt, die plötzlich viele Eindrücke liefert.

 

Was früh beginnt, bleibt ein Leben lang wirksam

Auch als Erwachsene regulieren wir unser Nervensystem über Beziehung:

- Augenkontakt

- Zugewandte Präsenz

- Echtes Gehört- und Gesehenwerden

 

Therapie und auch Alltag wird dann besonders wirksam, wenn diese Form von sicherem Kontakt entsteht. In der Craniosacral Therapie entsteht ein Raum, wo das Nervensystem die Erfahrung machen kann von Sicherheit, Wohlwollen und Begleitung. 

Besonders wenn in der eigenen Geschichte Berührung nicht möglich war oder die Bemühungen um Kontakt ins Leere liefen, gibt es die Möglichkeit für eine neue Erfahrung. Es gibt die Chance für ein Nachvollziehen im Nachhinein von Lebensthemen und Emotionen, welche oft im Hintergrund mitschwingen. 

 

Bewusstes Wahrnehmen und Benennen eigener Empfindungen vertieft diesen Prozess und ermöglicht neue Prägungen.

Aquarell von Dorothea Portmann
Aquarell von Dorothea Portmann

Zurück in den eigenen natürlichen Ausdruck finden

 

Ein gesund reguliertes Nervensystem funktioniert wie ein gut eingestellter Thermostat:

Es reagiert flexibel auf das Leben ohne in alten Mustern stecken zu bleiben.

In der Craniosacral Therapie hast du die Gelegenheit diese Fähigkeit zurück zu bekommen, ein wieder Erspüren von mehr Balance. Dies entsteht nicht durch noch mehr Kontrolle, sondern durch Erfahrungen von Sicherheit, Verbindung und innerer Wahrnehmung.

 

 

Wenn das Nervensystem im Gleichgewicht ist, beginnt der Zauber, nämlich wenn alle Teilen unseres Nervensystems Raum haben für Aktivierung, Ruhe und Verbindung.

 

Und genau hier geschieht etwas Wesentliches:

Wir funktionieren nicht mehr bloss, sondern blühen auf. Klienten sagen:

- "Der „Zauber der Seele“ wird spürbar."

- "Mein Potenzial beginnt zu leuchten."

- "Menschen fühlen sich sichtlich wohl in meiner Gegenwart."

- "Ich bin sicherer in mir selber und kann so mein Kind mit ADHS besser begleiten."

- "Die Kraft in mir gibt mir neuen Schub Dinge konkreter werden zu lassen, die ich für mich möchte in meinem Leben."

 

Denn ein reguliertes Nervensystem ist mehr als Biologie, es ist die Grundlage für Lebendigkeit, Beziehung und echte innere Freiheit.

 

Sanfter Weg mit viel Wirkkraft

Die Craniosacral Therapie setzt genau dort an, wo Worte oft nicht mehr ausreichen, nämlich im feinen Zusammenspiel von Körper, Nervensystem und innerem Erleben.

Durch achtsame, kaum spürbare Berührungen entsteht ein Raum, in dem dein Nervensystem beginnen darf, sich neu zu orientieren. Ohne Druck sortiert sich einiges von innen her. Unsere stärksten Allianzen bilden wir mit Zeit, Präsenz und Sicherheit.

 

Aquarell von Dorothea Portmann
Aquarell von Dorothea Portmann

Was du erfahren darfst!

Gutes geschieht für dich

Während der Behandlung werden Erfahrungen möglich, welche neue Prägungen und Spuren in deinem System hinterlassen. 

 

Stress abbauen

Dein System bekommt Raum, angestaute Spannungen und Stresshormone zu verarbeiten. 

 

Innere Balance und Ausdruck finden 

Körper, Geist und Seele beginnen wieder miteinander zu schwingen, nicht perfekt, sondern lebendig und stimmig. Dadurch entfaltet sich dein dir eigener Ausdruck.

 

Beispiele aus der Komplementär Therapie in der Wohlfühlzeit: 

 

Wenn Nervensysteme wieder flexibler in ein inneres Zusammenspiel finden, nehmen folgende Aspekte im Menschsein ab:

- Suchtthematiken 

- Ängste, innere Unruhe

- Insomnie, Schlaflosigkeit - Blogartikel Insomnie - I can't get no sleep

- Nachhaltige Auswirkungen von Burnout

- Planlosigkeit, Gestocktsein, keine Entscheidungen treffen können

 

Folgende Aspekte nehmen zu:

- Kreatives, freies Wirken

- Tiefe Ruhe und Erholung

- Mehr Anfragen von Menschen für gemeinsame Zeit, Anstellungen, Dates ect.

- Abgeben von vermeintlichen Verantwortungen

- Gute, nährende Beziehungen

 

Wenn du dich angesprochen fühlst, bist du herzlich eingeladen, dich bei uns zu melden.

Nicht, weil etwas „falsch“ ist an dir, sondern weil du die Erfahrung machen kannst, dass du sicher, getragen und lebendig bist.

 

Herzlich, Bryan & Dorothea Portmann

Quellennachweise:

Polyvagaltheorie und die Suche nach Sicherheit, Dr. Stephen W. Porges (2017)

Interpersonelle Neurobiologie, Daniel Siegel (2014)

Neuroplastizität, Auszug aus Yvonne Agazarian, Susanne Gantt, INTERNATIONAL JOURNAL OF GROUP PSYCHOTHERAPY. 60 (4) 2010

Aquarell von Dorothea Portmann
Aquarell von Dorothea Portmann